DXF
DXF (.dxf, „Drawing Interchange Format“) ist das von Autodesk offengelegte Austauschformat für CAD-Zeichnungen. Es ist der übliche Weg, Daten aus AutoCAD und verwandten Programmen in ein GIS zu bekommen.
Wofür wird DXF verwendet?
Überall dort, wo Planung und Geodaten aufeinandertreffen: Vermessung, Architektur, Tief- und Straßenbau, Leitungsdokumentation, Bebauungspläne. Weil DXF im Gegensatz zum firmeneigenen DWG dokumentiert ist, kann es praktisch jedes CAD- und GIS-Programm lesen.
DXF und DWG — der Unterschied
DWG ist AutoCADs natives Format und nicht offengelegt; es zu lesen erfordert einen kostenpflichtig lizenzierten Adapter. GeoVerto unterstützt DWG deshalb nicht. DXF wurde von Autodesk gerade zu dem Zweck veröffentlicht, denselben Zeichnungsinhalt herstellerübergreifend austauschbar zu machen. Der Export ist in jedem CAD-Programm ein Menüpunkt — in AutoCAD über „Speichern unter“ und Dateityp AutoCAD DXF.
Koordinatensystem: nicht in der Datei enthalten
Das ist der wichtigste Unterschied zu GIS-Formaten und die häufigste Fehlerquelle beim Import. Eine DXF-Datei enthält nur Zahlenpaare. Ob damit Meter in ETRS89/UTM Zone 32N, Gauß-Krüger- Koordinaten oder Grad in WGS 84 gemeint sind, steht nirgends in der Datei — CAD-Programme rechnen in einem abstrakten Zeichnungsraum.
Deshalb fragt GeoVerto das Quell-Koordinatensystem bei jeder DXF-Konvertierung ab. Eine falsche Annahme erzeugt keine Fehlermeldung, sondern ein Ergebnis, das plausibel aussieht und trotzdem hunderte Kilometer daneben liegt. Bei deutschen Vermessungs- und Planungsdaten ist EPSG:25832 (ETRS89 / UTM Zone 32N) der häufigste Fall, östlich etwa der Elbe EPSG:25833 (Zone 33N); ältere Bestände liegen oft noch in Gauß-Krüger (EPSG:31467 / EPSG:31468).
Layer statt Attributtabelle
DXF kennt keine frei definierbaren Attributspalten. Die strukturierte Information einer CAD-Zeichnung steckt stattdessen im Layernamen — etwa Gebaeude, Grenzpunkte oder Kanal_Haltung. GeoVerto übernimmt diesen Namen für jedes Objekt in das Attribut Layer, sodass er sich im GIS zum Filtern oder Aufteilen verwenden lässt. Dazu kommen EntityHandle (die eindeutige Objekt-ID aus der Zeichnung) und SubClasses (der DXF-interne Objekttyp).
Umgekehrt ist das auch der Grund, warum GeoVerto keine Konvertierung nach DXF anbietet: Sachdaten aus einem Shapefile oder GeoPackage hätten im Zielformat keinen Platz und gingen verloren, ohne dass es auffällt.
Was beim Import verloren geht
- Linienstärken, Farben und Layerstile — reine Darstellungsmerkmale ohne GIS-Entsprechung.
- Bemaßungen, Schraffuren und Blockreferenzen werden teils aufgelöst, teils übersprungen: das sind Zeichnungselemente, keine Geodaten.
- Texte landen im Attribut
Text, nicht als beschriftete Kartenobjekte. - Höhenwerte bleiben erhalten, sofern die Zeichnung 3D-Koordinaten enthält.
Verfügbare Konvertierungen
- DXF in Shapefile umwandeln — je Geometrietyp ein eigenes Shapefile im ZIP
- DXF in GeoPackage umwandeln — eine Datei, gemischte Geometrien ohne Aufteilung
- DXF in GeoJSON umwandeln — für Webkarten
- DXF in KML umwandeln — für Google Earth
Werkzeuge
DXF-Dateien lassen sich in AutoCAD, BricsCAD, LibreCAD und QCAD öffnen; QGIS kann sie über GDAL/OGR importieren. GeoVerto nutzt dieselbe GDAL-Bibliothek, nimmt aber die Auswahl des Koordinatensystems und die Aufteilung nach Geometrietypen ab.